Hier findest du ein paar Informationen über Strickgarne. Damit du weißt, womit du strickst oder welches Garn sich für dein Projekt gut eignen könnte:

ALPAKAWOLLE:

Alpakawolle zum Muster verstrickt
Alpakawolle gewinnt man aus den Haaren des Alpaka, dem kleineren Verwandten der Lamas.

Alpaka, nicht aus Bolivien sondern aus dem Berliner Zoo!
Es gehört zur Familie der Kamele und lebt in Südamerika. Die besonders weiche Wolle gibt es in verschiedenen Stärken, in sanften Naturtönen von Beige über Grau bis Dunkelbraun und in zarten Pastell – und kräftigen Modefarben. Letztere werden meist als Knäuel verkauft, während naturfarbene Alpakawolle häufig als Strang angeboten wird. (Dann muss man das Garn in bewährter Weise über einer Stuhllehne oder mit einem Partner zum strickfähigen Knäuel wickeln). Alpakawolle eignet sich gut für Norwegermuster oder Flächenaufteilungen, aber auch für plastische Muster. Aus Alpakawolle kann man jedes Kleidungsstück stricken.! Die Wolle lässt sich durch den weichen, glatten Faden besonders leicht verarbeiten und ist das ideale Garn für Anfänger!
ANGORAWOLLE
Angorawolle wird aus den Haaren des Angorakaninchens gewonnen. Da diese Tiere selten gezüchtet werden, ist die superweiche, langhaarige Wolle kostbar und teuer. Angotawolle ist zwar einfach zu verarbeiten, haart jedoch beim Stricken! Die flauschige Wolle wärmt sehr und ist deshalb für Mützen und Schals gut geeignet. Aufwendig (und teurer) aber natürlich wunderschön, ist ein ganzer Pullover aus Angorawolle. Glatt rechts und locker verstrickt kommt das Matrial am besten zur Geltung. Angorawolle kann man in kleinen Mengen as Effektfaden zwischen glatter Wolle einsetzen, zum Beispiel als Noppen oder Ringel in einer Rundphase.
BAUMWOLLE
Baumwolle wird aus den feinen Samenfasern des Baumwollstrauches gewonnen. Die einfachste und billigste Qualität ist Topflappen-Baumwolle, die man nicht nur für Topflappen, sondern auch für Sommerpullover verwenden kann. Heute gibt es dieses Garn in so vielen Farben, dass man sogar kunterbunte Norwegermuster damit stricken kann! Einfarbig verstrickt, sehen alle plastischen Muster, auch Lochmuster, sehr dekorativ aus. Topflappen-Baumwolle lässt sich leicht verarbeiten und in der Waschmnaschine waschen. Baumwolle gibt es auch als hochwerigeres (und teureres) Cablé, Bouclé oder Noppengarn, das sich mit besseren Trageeigenschaften bezahlt macht. Diese Baumwollgarne mit unregelmäßiger Struktur kann man in vielen modischen Farben bekommen. Stricksachen aus Baumwolle sind vorallem im Sommer kühl angenehm und luftig.
BOUCLÉGARN
Bouclégarn besteht aus einem glatten Faden, um den ein Schlingenfaden gedreht wird. Das Strukturgarn gibt es aus verschiedenen Rohfasern: Wolle, Baumwolle oder Kunstfasern, einfarbig oder auch mit farbigen Noppen. Das Material ist durch die Schlingen nicht einfach zu verarbeiten, dafür fallen kleine Unregelmäßigkeiten beim Stricken nicht auf. Das Maschenbild zeigt eine effektvolle, grobe Struktur, so dass man keine aufwendigen Muster stricken muss. Man kann dieses Garn auch streifenweise mit glatter Wolle kombinieren oder mit Mohairwolle, Lurexgarn und Angorawolle zu einem interessanten Pulli im Materialmix verarbeiten. Bouclégarn wird gern für Pullover und Jacken, aber auch für Kleider und Röcke genommen.
CABLÉGARN
Als Cablégarn bezeichnet man einen stark gedrehten Faden aus mehreren Zwirnen. Das strapazierfähige Material gibt es hauptsächlich aus Wolle oder Baumwolle. Da es sehr glatt ist, lässt es sich leicht verarbeiten. Plastische Muster oder Lochmuster kommen damit besonders gut heraus. Stricksachen aus Cablégarn behalten auch nach der Wäsche ihre Form. Dieses Material bekommst du in einer großen Farbpalette. Es eignet sich neben Pullis und Jacken auch für Socken, Mützen und Handschuhe.
CHENILLE
Chenile ist ein samtiges Garn, das aus Wolle, Baumwolle oder Kunsfaser hergestellt wird. Ein Strickstück aus kurzhaarigem Chenilegarn bekommt eine samtige Oberfläche. Langhaariges Chenilegarn wirkt plüschartig, fast wie ein Pelz. Chenilegarn ist kompliziert zu verarbeiten und nicht sehr strapazierfähig. Am besten strickt man es glatt rechts. Für die Hin – und Rückreihen jeweils ein anderes Knäuel nehmen, da sich sonst das Strickstück leicht in eine Richtung verzieht. Anfänger sollten erst etwas üben bevor sie sich an das reizvolle Material wagen. Es ist nicht billig!
DOCHTWOLLE
Dochtwolle nennt man eine kaum gedrehte, wattig-weiche reine Wolle. Durch das voluminöse Maschenbild kommen plastische Muster gut zur Geltung. Dochtwolle lässt sich leicht und schnell mit dicken Nadeln verarbeiten. Man muss nur drauf achten, dass der empfindliche Faden beim Stricken nicht von der Nadel geteilt wird. Dochtwolle ist preiswert. Man kann damit dicke, warme Pullover und Jacken für die ganze Familie stricken.
FLAMMENGARN
Flammengarne sind Effektgarne mit unregelmäßigen, dochtigen Verdickungen. Häufig werden die Flammen noch durch unterschiedliche Einfärbungen hervorgehoben.
FILZWOLLE
Mit Filzwolle ist es einfach, modische und praktische Gegenstände zu fertigen: Diese Wolle wird speziell für das Filzwolle stricken hergestellt und filzt leicht und schön. Es gibt sie in verschiedenen Stärken, je nach Filzwolle Strickanleitung. Eine Filzmütze stricken ist ein leichtes Anfängermodell und sieht chic aus, Unregelmäßigkeiten im Gestrick verschwinden beim Filzen.
LEINENGARN
Leinen ist ein pflanzliche Faser, die in unregelmäßig versponnenen Fäden angeboten wird. Leinengarn ist durch den unterschiedlich dicken Faden nicht leicht zu verarbeiten. Dafür wirkt es, glatt rechts verstrickt, schon so interessant, dass man auf komplizierte Muster verzichten kann. Leinengarn sieht am schönsten aus, wenn man es luftig und locker zu lässigen Pullover, Hemden und Tüchern verarbeitet. Das nicht ganz billige Sommergarn gibt es in vielen Natur- und Pastellfarben.
MELANGEGARN
Das fränzösische Wort “melange” bedeutet Mischung. Für Melangegarne werden verschiedenfarbige FAsern vor dem Verspinnen vermischt.
MOHAIRWOLLE
Das langhaarige flauschige Garn wird aus den Haaren der Mohair- oder Angoraziege gewonnen (nicht mit der Angorawolle von Angorakaninchen zu verwechseln). Mohairwolle sollte man locker mit dicken Nadeln verarbeiten, damit das Strickstück schön flauschig wird. Wenn nach längerem Tragen die Haare flach gedrückt sind, werden sie mit einer kräftigen Bürste wieder aufgerauht. Mohairwolle ist zwar teuer, dafür kommt man durch die luftige Strickart aber auch mit wenig Material aus. Mohairwolle gibt es in vielen Farben. Sie wird oft in Streifen oder Flächenaufteilung verarbeitet und nur selten zu plastischen Mustern verstrickt.
MERINOWOLLE
Merinowolle stammt von dem gleichnamigen Merinoschaf. Man erkennt es an der meist sehr hellen bis ins weiße gehenden Färbung, seinem sehr dichten Fell und hängenden Ohren. Die Wolle des Merinoschafes hat auf Grund ihrer sehr hohen Dichte die Eigenschaft, dass sie bis ein Drittel ihres Gewichtes an Feuchtigkeit speichern kann. Merinowolle wird aus den feinsten Qualitäten der Schurwolle von Merinoschafen gefertigt. Sie ist besonders weich und angenehm auf der Haut zu tragen.
MOULINÉGARN
Mouliné kommt aus dem Französischen und heißt Zwirnung. Für Moulinégarne werden zwei oder mehrere verschiedenfarbige oder verschiedenartige Fäden verzwirnt. Wird der mit unterschiedlichen Qualitäten verzwirnte Faden nachträglich gefärbt, nimmt jeder Rohstoff die Farbe anders an.
NATURWOLLE
Naturwolle ist immer reine Wolle. Das natürlich wirkende Material aus leicht gedrehten Fäden gibt es in verschiedenen Naturtönen (wie Grau, Beige, Braun). Naturwolle wird als Strang (häufig auf Märkten zu sehen), aber auch als Knäuel angeboten. Die naturbelassene, wenig bearbeitete Wolle ist sehr preiswert und lässt sich leicht verarbeiten. Die typische Naturwolle kennt man von handgestrickten Pullovern mit plastischen irischen Mustern. Sie eignet sich für alle rustikalen und sportlichen Stricksachen.
SEIDENGARN
Reine Seide wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen. Das feingesponnene Garn ist ein sehr teures und anspruchsvolles Material, das sich durch einen leichten Glanz auszeichnet und angenehm auf der Haut zu tragen ist. Seidengarn verarbeitet man am besten zu plastischen Mustern, da das Garn allein keine Struktur hat, leicht ausleiert und die Form verliert. Maschen und Reihen dürfen erst nach dem Waschen der Maschenprobe ausgezählt werden, da sich die fertigen Teile nach der ersten Wäsche dehnen! Seidengarn gibt es in vielen aparten Farben, die das Besondere des Garns unterstreichen.
SHETLANDWOLLE
Die Schafe der Shetlandinseln liefern die leicht rauh aussehnende Shetlandwolle. Das rustikale Material ist nur wenig gedreht und meistens in melangierten Farben (mehrere verschieden farbige Fasern zu einem Faden gedreht) erhältlich. Die Wolle ist von mittlerer Stärke und lässt sich problemlos verarbeiten. Besonders gut eignet sie sich für Stricksachen mit dekorativen Norwegermustern oder für klassische Pullover oder Pullunder mit Rhombenmustern.
SPORTWOLLE
Sportwolle besteht aus reiner Wolle. Der einzelne Faden ist stark gedreht und waschmaschinenfest ausgerichtet. Das Material lässt sich leicht verarbeiten (auch auf der Strickmaschine) und ergibt einn klares Maschenbild. Sportwolle kann man deshalb gut zum Stricken von plastischen Mustern verwenden. Neben den klassischen Farben Marineblau, Rot, Weiß, Grau und Braun gibt es eine große Palette modischer Töne. Sportwolle ist ein preiswertes Material für Kinder und Sportpullover.
SOCKENWOLLE

TWEEDWOLLE
Tweedwolle hat einen unregelmäßigen noppigen Effekt, der durch eingezwirnte, manchmal andersfarbige Knötchen entsteht. Oft ist dem Material etwas Mohairwolle zugefügt. Dadurch bekommt das Maschenbild ein flauschiges Aussehen. Tweedwolle braucht keine aufwendigen Muster, da es durch seinen körnigen, mehrfarbigen Charakter genügend Struktur mitbringt. Dieses Material ist nicht ganz einfach zu verarbeiten, dafür fallen Unregelmäßigkeiten beim Stricken nicht auf. Die Wolle eignet sich gut für rustikale Pullover, Jacken und Mäntel und wird auch gern für Männerpullover genommen. Die Farbpalette weist alle Naturtöne von Rost über Beige und Grau bis zu Oliv und Violett auf. Besondere Effekte kann man erzielen, wenn man neben Tweedwolle ein anderes Material als Streifen oder Fläche mitverarbeitet.
VISKOSE
Für Viskose wird chemisch reiner Zellstoff (aus Holz und anderen Pflanzen) mit Natronlauge und Schwefelkohlenstoff behandelt. Viskose lässt sich gut verarbeiten, die Strickteile fallen wie Stoff. Das Garn kann matt oder glänzend sein. Viskose wird bei Mischgarnen häufig als Effekt eingesetzt.
Text-Quelle: BRIGITTE Stricken – Grundkurs von Kathrin Behrens und Ariane Heyduck, Mosaik Verlag, Copyright 1982 ISBN 3-570-06997-4
Band 1 der Brigitte Handarbeiten Bibliothek
Das große Strickbuch von Katharina Buss, Weltbild Verlag
Fotos Copyright: schoenstricken.de






















